Aktuell.

Aktuelle Informationen, Neuigkeiten und Wissenswertes.

Valsarten-Rückruf

In der EU werden zurzeit valsartanhaltige Arzneimittel zurückgerufen. Bei dem chinesischen Hersteller war es produktionsbedingt zu Verunreinigungen mit N-Nitrosodimethylamin gekommen; dieser Stoff wird von der WHO und der EU als wahrscheinlich krebserregend beim Menschen eingestuft. Das hat vorsorglich den Rückruf aller betroffenen Chargen mit Valsartan ausgelöst.

Bin ich vom Rückruf betroffen? 
Die betroffenen Arzneimittel sind ausschließlich Generika. Sie finden die Produkte auf folgedner Seite der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker 

Welche vatsartanhaltigen Produkte könne bedenkenlos weiter eingenommen werden?

Medikamente des Original-Herstellers Novartis:
- Entresto
- Exforge und Exforge HCT
- Diovan und Codiovan
- Dafiro und Dafiro HCT
- Provas und Provas Comp.

Medikamente der TAD Pharma:
- Alsacor und Valsacor comp

Medikamente der Firma Mylan:
- Valsartan dura und Valsartan/HCT Mylan

Frau Müller und Frau Schablitzki aus meinem Team sind als Hochdruckassistentinnen informiert und im Thema, wenden Sie sich bei Fragen bitte an sie. Sollten sie die indizierten Präparate verordnet bekommen haben, stellen wir diese natürlich sofort auf die nicht belasteten Substanzen um. 
Sollte es zu Versorgungsengpässen mit den unbelasteten Arzneimitteln kommen müßten Sie einen Termin in der Praxis ausmachen, damit ich die Therapie auf ein anderes Sartan umstellen kann.

Die europäischen Fachgesellschaften haben neue Leitlinien zur Hypertonie veröffentlicht. An der Definition von Bluthochdruck ändert sich nichts. Wert wird auf Prävention und Therapietreue gelegt.

Die Europäer halten an der Definition von Bluthochdruck ab einem Wert von ≥ 140/90 mmHg fest. Die neuen Leitlinien der European Society of Hypertension (ESH) und der European Society of Cardiology (ESC) empfehlen aber, eine Senkung in den Normalbereich (< 130/80 mmHg) anzustreben.

Die neuen Leitlinien wurden kürzlich beim Kongress der ESH in Barcelona vorgestellt und sollen im August veröffentlicht werden. Weitere Änderungen betreffen das Screening sowie den Einsatz von Fixkombis zur Erstlinientherapie. Wie die bisherige Leitlinie differenziert sie zwischen einem optimalen Blutdruckbereich (< 120/80 mmHg), einem normalen (120-129/80-84 mmHg) und einem hochnormalen (130-139/85-89 mmHg).

Erst darüber liegende Werte werden als krankhaft eingestuft und sollten medikamentös behandelt werden, wenn eine Lebensstiländerung, die bereits Patienten mit hochnormalen Werten empfohlen wird, keine Erfolge gezeigt hat. Bluthochdruck ist ein komplexes Erkrankungsbild, die moderne Bluthochdrucktherapie sollte individualisiert erfolgen - die Leitlinien setzen lediglich den groben Rahmen. Ziel muss sein, alle Hypertoniker erfolgreich unter diesen Wert von 140/90 mmHg, nach Möglichkeit aber in den Normalbereich (<130/80 mmHg) zu bringen. Leider ist derzeit die Hälfte aller Menschen mit Bluthochdruck nicht beziehungsweise nicht erfolgreich behandelt. Die Gründe dafür liegen in mangelnder Therapietreue und in einer immer noch bestehenden Dunkelziffer der Erkrankung. Die neue Leitlinie empfiehlt, dass normotensive Erwachsene mit optimalen Blutdruckwerten unter 120/80 mmHg alle fünf Jahre eine Blutdruck-Screening-Messung erhalten und Erwachsene mit hochnormalen Blutdruckwerten (130-139/85-89 mmHg) mindestens jährlich.

Unsere Telefonanlage - noch mehr Komfort für Sie!

Mit der notwendigen Umstellung der Telefonanlage zum 01.01.2017 konnten wir den Service für unsere Patienten verbessern. So können Sie nunmehr direkt mit den Einzelpraxen verbunden werden. Auch können Rezept Wünsche entgegengenommen werden.

- Für die Praxis von Herrn Boss drücken Sie bitte die eins.
- Für die Praxis Doktor Sehnert drücken Sie bitte die zwei.
- Für die Praxis Doktor Rother drücken Sie die drei.
- Für einen Rezeptwunsch drücken Sie die vier.

Blutentnahme: nicht mehr nüchtern!
Selbst die Messung der Blutfette muss nicht mehr nüchtern erfolgen.


Am Morgen nichts essen zu dürfen, empfinden viele Patienten als unangenehm. Das ist einem internationalen Konsensuspapier zufolge auch nicht mehr erforderlich. Internationale Experten der „European Atherosclerosis Society“ (EAS) und „European Federation of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine“ (EFLM) vertreten in einem gemeinsamen Konsensuspapier diese Meinung. Nur in speziellen Situationen kann demnach eine Nüchtern-Blutabnahme noch erforderlich werden.

Die gängige Praxis ist bislang, die Patienten anzuhalten, mindestens acht Stunden vor der Messung keine Nahrung mehr zu sich zu nehmen. In Dänemark wird die routinemäßige Blutfettbestimmung im nüchternen Zustand seit 2009 nicht mehr standardmäßig empfohlen.

Für Patienten, Ärzte und Laborpersonal bedeute die Blutentnahme im nicht-nüchternen Zustand eine große Erleichterung, gerade für Kinder, Diabetiker und ältere Menschen kann das „nüchtern bleiben“ eine Belastung darstellen. Die Blutfettbestimmung muss nicht zwangsläufig am Morgen erfolgen.

Daten aus aktuellen Kohorten- und Registerstudien belegen, dass eine Nahrungsaufnahme das Lipidprofil nur geringfügig beeinflusst und die zu beobachteten Veränderungen der Lipidkonzentrationen sich klinisch nicht signifikant auswirken. Darüber hinaus zeigen zahlreiche Studien, dass nicht-nüchtern gemessene Blutfettwerte das kardiovaskuläre Risiko ähnlich gut oder sogar besser widerspiegeln.

Grenzwerte der aktuellen Leitlinien

Die jeweiligen Grenzwerte sollen sich laut dem EAS/EFLM-Konsensuspapier an den Zielwerten aktueller Leitlinien statt an traditionellen Laborreferenzwerten orientieren. Für nicht-nüchtern gemessene Lipidprofile werden folgende Werte als abnormal hoch angesehen:

Triglyzeride: ≥2 mmol/l (175 mg/dl)
Gesamtcholesterin: ≥5 mmol/l (190 mg/dl)
LDL-Cholesterin: ≥3 mmol/l (115 mg/dl)
HDL-Cholesterin: ≤1 mmol/l (40 mg/dl)
Lp(a): ≥50 mg/dl

Referenzen
Børge G. Nordestgaard, Anne Langsted, Samia Mora, et al. Fasting is not routinely required for determination of a lipid profile: clinical and laboratory implications including flagging at desirable concentration cut-points—a joint consensus statement from the European Atherosclerosis Society and European Federation of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine. European Heart Journal 2016 DOI: http://dx.doi.org/10.1093/eurheartj/ehw152 ehw152 First published online: 26 April 2016